Tipps zur Eingewöhnung

Langsam und vorsichtig umgewöhnen.
Ein Aquarium zur artgerechten Unterbringung der Wirbellosen muss natürlich bereits vor Ankunft der Tiere bereitstehen. Tipps zur Einrichtung und Pflege von wirbellosen Aquarientieren finden Sie unter www.wirbellose.de
Nach der „Tierhalternorm“ in § 2 Tierschutzgesetz muss jedes Tier (auch ein wirbelloses) seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden.
Die Eingewöhnung von Wirbellosen nach dem Transport und Versand hat fachgerecht zu erfolgen. Der Käufer hat sicherzustellen, dass er die wirbellosen Tiere entsprechend vorsichtig an ihr neues Aquariumwasser umgewöhnt. Um einen Schock zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Temperatur nicht zu schnell angepasst wird.
Während der kalten Jahreszeit kann es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen vorkommen, dass während des Versands aufgrund der niedrigen Außentemperaturen die Temperatur in der Transportbox stark abkühlt. Wirbellose Aquarientiere sind wechselwarm und vertragen auch etwas niedrigere Temperaturen ohne Folgeschäden. Sie sind dann jedoch bedingt durch die kühlere Temperatur in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, so dass der Eindruck aufkommen könnte, sie seien tot. Das ist aber zumeist nicht der Fall.
Bitte nicht den Beutel unter die Aquarienbeleuchtung legen und einfach aufschneiden, wie manchmal zu lesen ist (Überhitzungsgefahr und Stress bei schreckhaften Tieren), sondern:
- Transportbeutel oder Transportbehältnis in einen sauber ausgewaschenen 10-Liter-Eimer stellen. Keine Hektik. Der Eimer darf zuvor niemals mit Chemie wie Putzmittel in Berührung gekommen sein.
- Beutel mit scharfem Messer oder Schere sehr vorsichtig aufschneiden oder Behältnis vorsichtig öffnen/aufschneiden.
- Einige Tropfen (1 bis 2) eines Wasser-Aufbereiters in den Beutel oder das Behältnis geben.
- Mit einem 5-mm-Luftschlauch Wasser aus dem Aquarium, welches für die Tiere vorgesehen ist (gleich das richtige Aquarium auswählen, nicht mehrmals umsetzen) in den Beutel oder das Behältnis im Eimer eintröpfeln lassen. Mit einer kleinen Schlauchklemme wird die Zulaufmenge reduziert.
- Sobald im Beutel/Behältnis/Eimer soviel Wasservolumen vorhanden ist, dass Beutel oder Behältnis nicht mehr nötig sind, Wasser und Wirbellose langsam in den Eimer einlaufen lassen. Leeren Beutel oder leeres Behältnis aus dem Eimer nehmen. Darauf achten, dass sich nirgendwo im Beutel oder Behältnis noch (mitunter sehr kleine Garnelen o. ä.) verhängt haben.
- Das Eintröpfeln des Wassers in den Eimer kann insgesamt ruhig eine Stunde oder länger dauern. Vorteil dieses Verfahrens: Die Wirbellosen können sich langsam an die im Zielaquarium herrschenden Wasserwerte (ph, GH, KH, Leitwert etc.) und an die neue Temperatur gewöhnen.
- Das Mischverhältnis von Transportwasser zu eingelaufenem Aquarienwasser sollte sich auf etwa 1:4 Volumeneinheiten belaufen. Sollten Sie den Eimer vorübergehend nicht im Blick haben, ist es sinnvoll, ihn abzudecken, damit kein Tier herausspringen kann.
- Anschließend die Wirbellosen vorsichtig mit einer Fangglocke oder einem feinmaschigen Fischfangnetz aus dem Eimer herausfangen und schnell ins Aquarium überführen. Es ist sinnvoll, für den Zeitraum des Einsetzens und darüber hinaus die Aquarienbeleuchtung auszuschalten, damit die Tiere etwas Stress abbauen können.
Die bereits im Aquarium vorhandenen Tiere, vor allem Fische, sollten vor dem Einsetzen der neuen Bewohner gefüttert werden. Das kann die Wahrscheinlichkeit verringern, dass neu eingesetzte (oft schreckhafte) Tiere beim Heruntersinken auf den Boden als Nahrung betrachtet werden.
Niemals Transportwasser ins eigene Aquarium schütten, da sonst die Gefahr von Parasiten, Krankheitserregern etc. besteht.
Zusatzinformation Krebse: Durch Stress bedingt können die Tiere nach dem Transport sehr aggressiv gegeneinander sein. Beobachten Sie die Tiere vor und nach dem Umsetzen und sorgen Sie jederzeit für ausreichend Verstecke. Insbesondere nach der Häutung („Butterkrebs“) sind Krebse verletzbar und scheinbar für andere Krebse ein „Leckerbissen“. Daher schon im Eimer für ausreichend Höhlen, Verstecke, aber auch Pflanzen zum Hochklettern sorgen. Krebse, die in getrennten Beuteln oder Behältnissen transportiert wurden, sollten auch getrennt eingewöhnt werden und nicht bereits im Eimer sondern erst im vorgesehenen Aquarium (mit ausreichend Verstecken) zusammengeführt werden.

Zusatzinformation Garnelen: Garnelen benötigen nach der Anlieferung meist zwei bis drei Tage zur Eingewöhnung, bevor sie wieder ihre volle Farbenpracht entwickeln. Häufig sind sie zum Zeitpunkt der Anlieferung blass und unscheinbar. Das kann sogar so weit gehen, dass sie sich komplett entfärben. Setzten Sie Garnelen niemals in ein Aquarium ein, in dem kurz zuvor Tiere oder Pflanzen mit einem Medikament, Algen- oder Schneckenbekämpfungsmittel behandelt worden sind. Bereits Spuren von Kupfer können für Garnelen und Krebse tödlich sein. Sogar manche Pflanzendünger enthalten Kupfer als Spurenelement.
Zusatzinformation Schnecken und Muscheln: Es kann nach dem Transport bis zu eine Woche dauern, bis diese Tiere aktiv werden. Schnecken bleiben nach dem Transport manchmal noch bis zu zwei Tage in ihrem Gehäuse, ohne sich zu bewegen. Erst nach einiger Zeit rühren sie sich wieder. Auch Schnecken nicht einfach ins Wasser werfen, sondern ebenso umgewöhnen wie beschrieben.
Bitte beachten: Die meisten Napfschnecken/Muschelschnecken und viele Rennschnecken können sich nach dem Einsetzen ins neue Aquarium nicht selbständig umdrehen, wenn sie am Aquarienboden auf dem Rücken landen. Also: Schnecken bitte nach dem Neueinsetzen ins Aquarium von Hand in die richtige Lage drehen, wenn sie auf dem Rücken liegen! Ohne diese Hilfe sind auf dem Rücken gelandete Schnecken leider oft zum Sterben verurteilt.
Zusatzinformation Wasserpflanzen: Geben Sie neu gekaufte Wasserpflanzen niemals direkt in ein Wirbellosenbecken. Wässern Sie alle neu erworbenen Wasserpflanzen vor dem Einpflanzen unbedingt 2 bis 3 Tage, in einem Eimer oder einer Schüssel und wechseln Sie das Wasser mehrmals vollständig.